Keynote von Karin Harrasser am 25.2.2016

Zur Eröffnung des Workshops Biokybernetik und Teilhabe. Transformationsprozesse zwischen Mensch und Technik am 25.2.2016 freuen wir uns auf die Keynote von Karin Harrasser (Linz):

Verunreinigungsarbeit. Heilsversprechen und parahumane Agentien

Abstract:

Der Vortrag schlägt vor, Technik und Behinderung in einem Modus zu denken, der posthumane Heilsversprechen ebenso unterläuft wie humanistische Narrative, die dem Technischen Neutralität unterstellen. Unter dem Begriff „parahuman“ werden theoretische Modelle und aktuelle Beispiele aus dem Bereich Prothetik und Orthetik gesammelt, die nicht nur geteiltes Handeln vorführen, sondern auch auf die Milieuspezifik von Medizintechnik verweisen: Die Gründe für ein Gelingen der Interaktion/Kooperation mit Technik liegen weder im menschlichen Subjekt und seinen Kompetenzen, noch in den Eigenschaften des technischen Artefakts, sondern setzen sich aus unzähligen, historisch spezifischen Komponenten zusammen, die in gesellschaftliche Dynamiken eingebunden sind.

Karin Harrasser ist Professorin für Kulturwissenschaft an der Kunstuniversität Linz. Nach einem Studium der Geschichte und der Germanistik promovierte sie an der Universität Wien. Ihre Habilitation schrieb sie an der Humboldt-Universität zu Berlin über „Prothesen. Figuren einer lädierten Moderne“. Neben ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten war sie an verschiedenen kuratorischen Projekten beteiligt, z.B. NGBK Berlin, Kampnagel Hamburg, TQ Wien. Mit Elisabeth Timm gibt sie die Zeitschrift für Kulturwissenschaften heraus. Weitere Publikationen sind: Körper 2.0. Über die technische Erweiterbarkeit des Menschen, Bielefeld: transcript 2013 und Prothesen. Figuren einer lädierten Moderne, Berlin: Vorwerk8 (im Erscheinen).

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