Über den Begriff des Digitalen

„Denn mit dem Versprechen auf Teilhabe gehen neue und komplexe Ein- und Ausgrenzungsmechanismen einher. Man muss sich einloggen, braucht Passwörter und Benutzernamen, muss wissen, wie soziale Medien funktionieren. Gleichzeitig muss man seine persönlichen Daten preisgeben, Zeit aufwenden, kommentieren. Durch diese medialen Bedingungen der Beteiligung, des Anspruchs- und der Inanspruchnahme von Partizipation, werden Asymmetrien und Ungleichheiten erzeugt und bestehende markiert.“

„Das Digitale ist deshalb vielleicht so eine Art Hilfsbegriff. Und man fragt sich auch, ob es digitale Objekte an sich überhaupt gibt. Digitale Objekte unterscheiden sich dem Medienwissenschaftler Yuk Hui zufolge von technischen oder substantiellen Objekten, eben weil sie keiner Substanzlogik folgen. Sie referieren nicht auf eine Materie oder ein Substanzdenken. Wenn man sich auf die Suche nach dem digitalen Objekt macht, ist fraglich, ob man irgendwann zu einem Schluss kommt. Würde man elektrische Signale als das digitale Objekt bezeichnen? Oder womöglich Zahlenreihen? Oder Ascii-Codes?“

Der Begriff des Digitalen. Das Wort der Stunde

Interview mit Beate Ochsner (TP 2) in der FAZ vom 16. März 2016, von Urs Humpenöder

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