Kino – Film – Museum: Inklusion und audiovisuelle Medien (V)

Samstag, 3.2.2018 / Perspektiven aus der Praxis: Museum II & neue Technologien

Fachgespräch zu Greta & Starks mit Maren Vöge, Greta & Starks (15.15-16.45)

Maren Vöge hat uns als Vertreterin des Unternehmens Greta und Starks über die gleichnamigen Apps informiert. Die Apps wurden für Menschen mit Seh- (Greta) oder Hörbehinderungen (Starks) entwickelt. Sie ermöglichen es, KinogängerInnen vorhandene barrierefreie Fassungen per Smartphone zur Nutzung zur Verfügung zu stellen. Die Apps sind kostenfrei und können unabhängig von der Infrastruktur des Kinos eingesetzt werden. Untertitel oder Audiodeskription lassen sich herunterladen, wodurch die Nutzung der App nicht durch eine instabile mobile Internetverbindung oder störanfälliges W-LAN-Netze gefährdet ist. Die Synchronisierung der AD bzw. Untertitel für Hörgeschädigte (SdH) erfolge über einen Abgleich der Tonspur des Films (vergleichbar mit der Musikerkennungs-App Shazam). Frau Vöge erklärte uns, warum diese App notwendig und für KinogängerInnen mit Behinderung essentiell ist: Seit 2014 sei zwar vorgeschrieben, dass in Deutschland produzierte und geförderte Filme mit einer barrierefreien Fassung versehen werden. Dabei bliebe jedoch unklar, in welcher Form Untertitelung oder AD bei den EndnutzerInnen ankommen würden. Hier käme die App ins Spiel: Greta und Starks arbeitet mit Verleihern zusammen und versucht, möglichst viele Lizenzvereinbarungen über die Nutzung vorhandener AD oder UT abzuschließen, um diese dann den KinogängerInnen über die App kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Dies gestalte sich aber alles andere als einfach, auch da es sich um sensible und urheberrechtlich geschützte Filmdaten handelt, die letztlich über eine Cloud online zugänglich gemacht werden.

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