Kino – Film – Museum: Inklusion und audiovisuelle Medien (VI)

Samstag, 3.2.2018 / Perspektiven aus der Praxis: Museum II & neue Technologien

Fachgespräch zur RezipientInnen-Perspektive von barrierefreien Apps
mit Barbara Fickert, Kinoblindgänger (17.00-18.15 Uhr)

Im Gespräch mit Barbara Fickert haben wir über die Themen Kino, Film und Blindheit sowie mobile Anwendungen gesprochen. Frau Fickert schreibt über ihre Kinoerfahrungen auf dem Blog Kinoblindgänger. Sie ist im Bereich Audiodeskription tätig und arbeitet als Prüferin für AD-Fassungen, die z.B. von audioskript produziert werden. Zusammen mit der Redakteurin Lena Hoffmann engagiert sie sich besonders für Filmbeschreibungen von internationalen Produktionen. Denn im Gegensatz zu in Deutschland geförderten und produzieren Filmen, ist eine barrierefreie Fassung bei internationalen Produktionen nicht verpflichtend. In dieser Hinsicht konnte die gemeinnützige GmbH von Fr. Fickert in den letzten Jahren die Produktion von insgesamt fünf barrierefreien Filmfassungen realisieren. Darunter war zum Beispiel das Biopic Django. Ein Leben für die Musik. Frau Fickert sprach mit uns ebenso über ihre Erfahrungen mit der App Greta und Starks. Sie sei ein „IPhone-Mensch“, nutze das Smartphone intensiv im Alltag und in der Kommunikation auch mit sehenden Menschen. Als passionierte Kinogängerin sei sie früher in den Filmvorstellungen auf die Hinweise ihre FreundInnen angewiesen gewesen. Mit Greta und Starks hat sich dies geändert. Unabhängig vom Kino und dessen Infrastruktur ermögliche die App den Film nun auch mit Audiodeskription anzusehen. Bedingung ist natürlich, dass eine AD vorhanden ist. Das System Cinema Connect, von Sennheiser entwickelt, begrüßt sie ebenso. Allerdings müssten dafür die Kinos eine aufwendige Infrastruktur installieren. Dies sei derzeit nur bei wenigen Kinos in Berlin der Fall, darunter etwa das Kino International. Fazit: Mit Greta und Starks sowie mit der Verpflichtung für barrierefreie Fassungen bei deutschen Filmproduktionen sind die Voraussetzungen für einen inklusiven Kinobesuch besser geworden. Jedoch besteht weiterhin die Notwendigkeit, mehr Filme mit AD oder Untertitelung auszustatten und diese Features auch beim Kinobesuch selbst den NutzerInnen zur Verfügung zu stellen.

Fotogalerie

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Barbara Fickert von Kinoblindgänger demonstriert die Funktionsweise der App Greta an ihrem Smartphone

 

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