Kino – Film – Museum: Inklusion und audiovisuelle Medien (VII)

Sonntag, 4.2.2018 / Perspektiven aus der Praxis: Deutsche Kinemathek

Besichtigung der Ständigen Ausstellung der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen (11.15-12.45)

Zusammen mit Jurek Sehrt und Gitte Hellwig haben wir am Sonntag die Ständige Ausstellung des Museums für Film und Fernsehen im Hinblick auf barrierefreie und inklusive Vermittlungsformen besichtigt. Der Fokus lag dabei auf einzelnen Ausstellungsobjekten und der Eignung bestimmter Themenbereiche für unterschiedliche Zielgruppen wie zum Beispiel auch Menschen mit Sehbehinderungen, im Spracherwerb oder aber mit Lernschwierigkeiten. Während der Rundgänge wurden Vermittlungsangebote für Blinde und Sehbehinderte sowie Angebote in Einfacher Sprache, die sich für diverse Zielgruppen eignet, vorgestellt. Darüber hinaus gab es Einblicke in praktische Erfahrungswerte bei der inklusiven Bildungsarbeit an dem Museum für Film und Fernsehen, da der Bereich Bildung und Vermittlung seit 2011 zu den Themen Inklusion und Barrierefreiheit arbeitet. Dort werden kontinuierlich Programme mit Kooperationspartnern wie der Berliner Blindenschule veranstaltet, neue Formate mit Experten und Prüfgruppen (z.B. der Lebenshilfe Berlin) erprobt sowie Projekte gemeinsam mit Communities durchgeführt. Am Beginn der Ausstellung ging es um Filmpaläste und die Materialität des Films. Anhand eines Projektorgeräusches haben wir uns über das Objekt Filmprojektor, den 35mm-Filmstreifen sowie auch dessen Länge von 24 Bildern (entspricht einer Filmsekunde) unterhalten. In der Ausstellung ging es um dann weiterhin u.a. um die Erfindung von Filmton und die daran gebundenen Konsequenzen für die Filmstudios und deren Aufbau. Zudem haben wir über die haptische Zugangsmöglichkeit zu Filmrequisiten und Originalen bei der inklusiven Bildungsarbeit gesprochen. So sind die Kostüme von Marlene Dietrich aus konservatorischen Gründen in Glasvitrinen untergebracht, wodurch jedoch die Zugänglichkeit (nicht nur aber auch) für Sehgeschädigte Menschen sehr eingeschränkt ist. Ihre Textur kann jedoch über kleinere Hands-On-Materialien in Form von originalen Stoffproben im Rahmen persönlicher Vermittlung (barrierefreie Führungen durch die Ausstellung) erfahrbar gemacht werden. Ein anderer interessanter Punkt war die Oskar-Statue des bekannten Filmpreises, der jährlich verliehenen Academy Awards, als Tastobjekt. Während sich das Original in einer Vitrine befindet, kann dessen Form über eine Kunststoff-Reproduktion ertastet werden. Die Studierenden konnten in diesem Zusammenhang auch eine Simulationsbrille des Deutschen Blinden und Sehbehindertenverbands e.V. ausprobieren, die der Sensibilisierung von Sehenden für das Themenfeld Sehbehinderung dienen und im Rahmen von so genannten Simulationsführungen mit Fachgruppen Einsatz finden.

Abschließend gab es Gruppenarbeiten zu unterschiedlichen Themen wie leichte Sprache, Hands-On-Materialien oder Audiodeskription. Die Studierenden haben die Ergebnisse ihrer Überlegungen mit spannenden Präsentationen vorgestellt.

Fotogalerie