Kino – Film – Museum: Inklusion und audiovisuelle Medien (I)

Freitag, 2.2.2018 / Perspektiven aus der Praxis: Museum I & Audiodeskription

Ausstellungsbesuch & Expertengespräch zu Technikmuseum als inklusivem außerschulischem Bildungsort (Fokus Sehbehinderte) (12.00-14.30)

Im Deutschen Technikmuseum trafen wir Svenja Gaube, Leiterin des Besucherservices  In einem Fachgespräch gab uns Frau Gaube einen spannenden Einblick in die Arbeit des Museums auf der Ebene der barrierefreien Ausstellungsgestaltung und Vermittlungsarbeit. Besonders ging es um die Entstehung der Ausstellung „Das Netz“, über die auch auf dem Blog nachzulesen ist. Im Gespräch mit Frau Gaube war u.a. Thema, dass das Museum bereits seit vielen Jahren mit dem Deutschen Blinden und Sehbehindertenverband (DBSV) e.V. zusammenarbeitet. Dies schlägt sich etwa in der Gestaltung der Infothek in der ständigen Ausstellung nieder. Auch in der neuen Wechselausstellung „Das Netz“ in der Ladestraße wurde das Thema Barrierefreiheit bei der Konzeption und in der Realisierungsphase intensiv diskutiert. So sei es zum Beispiel wichtig, andere Zielgruppen wie mobilitätseingeschränkte Personen, Menschen mit Hörbehinderungen sowie auch ältere Menschen oder Schulkinder bei der Planung von Ausstellungen zu berücksichtigen. Frau Gaube gab zu bedenken, dass es nicht möglich wäre, Barrierefreiheit im Rahmen einer Ausstellung mit einer „Checkliste“ zu erreichen (wie etwa der Leitfaden Barrierefrei konzipieren und gestalten). Vielmehr müsse stets in vielen kleinen Schritten und ausgehend von einem Austausch mit den verschiedenen Interessensverbänden die Gestaltung von Ausstellungen geplant, reflektiert und schließlich umgesetzt werden. Solche Prozesse könnten bzw. sollten zunehmend auch partizipativ angelegt sein. Die dabei auftretenden Spannungen zwischen KuratorInnen-Teams, Vermittlungsarbeit und VertreterInnen der Organisationen von Menschen mit Behinderungen würden eine Chance darstellen, einen Denkprozess in Gang zu setzen. Somit könne Inklusion als gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe deutlich werden.

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