Kino – Film – Museum: Inklusion und audiovisuelle Medien (IV)

Samstag, 3.2.2018 / Perspektiven aus der Praxis: Museum II & neue Technologien

Fachgespräch zu aktueller AD-Technologie und neuen Anwendungsgebieten (aber auch zu Live-Beschreibungen…) mit Anke Nicolai, Video to Voice (13.15-14.45)

 Anke Nicolai hat uns im Fachgespräch die Arbeit der Firma Video to Voice vorgestellt. Frau Nicolai ist bereits seit mehreren Jahren als Filmbeschreiberin und im Bereich Audiodeskription tätig und Mitbegründerin des Hörfim e.V. Sie verfügt über vielfältige Erfahrungen bei der Erstellung von barrierefreien Filmfassungen. Besonders hat sie unsere Aufmerksamkeit auf den Bereich des Internets und dort zirkulierender Werbespots oder Videos gelenkt. In der Regel würden dort barrierefreie Features fehlen. Mit barrierefreien Webplayer wie dem der Aktion Mensch oder Ableplayer würden zwar Möglichkeiten geschaffen, barrierefreie Features dazuzuschalten, aber es fehle eben noch an Videos, die diese überhaupt integrieren würden. Aus diesem Grund hat sie zusammen mit weiteren MitstreiterInnen das Projekt Video to Voice gestartet, um eine innovative Software für Filmbeschreibungen zu entwickeln. Frau Nicolai gab uns einen praktischen Einblick in die Arbeit mit der Software FRAZIER, die beim Digital Imagination Challenge nominiert ist. Im Gegensatz zur klassischen Audiodeskription, die mit SprecherInnen im Filmstudio produziert wird, ermöglicht es das Programm Frazier, die Beschreibung auch durch eine synthetische Stimme auszugeben. Das Programm soll zukünftig von FilmemacherInnen, von Fernsehanstalten aber auch Kultureinrichtungen genutzt werden können, um barrierefreie Fassungen von Werbespots, Trailern, Nachrichtensendungen usw. zu ermöglichen. Pilotprojekte in der Richtung laufen bei arte, dem Schweizer Fernsehen, dem MDR sowie auch Netflix (letzteres jedoch ohne Mitwirkung von Video to Voice). Ein Beispiel für die Verwendung dieser Text to Speech-Technologien ist das Jugendmagazin Yoin, das über die Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien produziert wird. Das Potenzial von Text-to-speech-Technologien im Bereich des Spielfilms haben wir ebenso mit Fr. Nicolai diskutiert. In diesem Bereich sieht sie jedoch derzeit noch sehr klare Grenzen, da viele NutzerInnen menschliche Sprecherstimmen in diesem Fall bevorzugen würden.

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