Erich Hörl

Erich Hörl

Levy-Bruhl‘s Umwertung der Partizipation. Zur Faszinationsgeschichte von Nicht-Modernität

 

Lucien Lévy-Bruhls (1857–1939) anthropologisch-philosophisches Œuvre muss als ein Schlüsselwerk für das Wiedererscheinen und die radikale Umwertung des Teilhabe-Begriffs im 20. Jahrhundert gelten, dessen ganze Virulenz für die Neubeschreibung der Sinn- und Erfahrungskonstitution unter der technologischen Bedingung nicht annähernd erfasst ist.
Das Projekt unternimmt eine wissens- und mediengeschichtliche Rekontextualisierung von Lévy-Bruhls Denken der Teilhabe als ursprünglicher Relation und sucht dessen Bedeutung für die Faszinationsgeschichte von Nicht-Modernität zu klären.

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Erich Hörl ist Professor für Medienkultur an der Leuphana Universität Lüneburg, wo er 2013/2014 ebenfalls Senior Researcher des Centre for Digital Cultures (CDC) war. Zudem ist er Projektleiter beim VW-Projekt Complexity or Control? Paradigms for sustainable development. Vor seinem Ruf nach Lüneburg war er Professor für Medientechnik und Medienphilosophie an der Ruhr-Universität Bochum und hat ebendort seit 2007 das Bochumer Kolloquium Medienwissenschaft (bkm) geleitet. Von 2010–2011 war er Senior Fellow am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) in Weimar. Er hat Philosophie in Wien und Paris studiert und wurde an der Humboldt-Universität zu Berlin in Kulturwissenschaften promoviert.

Erich Hörl arbeitet gegenwärtig an einer allgemeinen Ökologie der Medien und Techniken und an der Kritik des Prozesses der Kybernetisierung aller Lebensformen und Existenzweisen. Dabei steht die historisch-systematische Konturierung einer Technoökologie der Partizipation im Zentrum. Er publiziert international zur Geschichte, den Problemen und Herausforderungen der gegenwärtigen technologischen Bedingung. Die Forschungsschwerpunkte sind Allgemeine Ökologie, Geschichte und Theorie der Kybernetisierung, Geschichte und Theorie der Relationalität, Technik- und Medienphilosophie, Anthropologie und Ökologie.

 

Hier sei exemplarisch auf einige projektrelevante Veröffentlichungen hingewiesen:

On General Ecology: The New Ecological Paradigm in the Neocybernetic Age. (Hg., unter Mitarbeit v. James Burton) London: Bloomsbury (erscheint im Herbst 2016).

„Die Ökologisierung des Denkens“, in: Zeitschrift für Medienwissenschaft 14 (2016), S. 33-45.

„Other Beginnings of Participative Sense Culture. Wild Media, Speculative Ecologies, Transgressions of the Cybernetic Hypothesis, in: Mathias Denecke / Anne Ganzert / Isabell Otto / Robert Stock (Hg.), Reclaiming Participation. Technology – Mediation – Collectivity, Bielefeld: transcript 2016.

„Variations on Klee’s Cosmographic Method“, in: Katrin Klingan/Ashkan Sepahvand/Christoph Rosol/Bernd M. Scherer (Hg.), Grain, Vapor, Ray. Textures of the Anthropocene, Vol. III: Ray. Cambridge, MA/London: The MIT Press 2014, 180-192.

„A Thousand Ecologies: The Process of Cyberneticization and General Ecology“, in: Diedrich Diederichsen/Anselm Franke (Hg.), The Whole Earth. California and the Disappearance of the Outside. Berlin: Sternberg Press 2013, 121-130.

„Luhmann, the Non-trivial Machine and the Neocybernetic Regime of Truth“, in: Theory, Culture & Society 29.3 (2012), 94-121.

„Die technologische Bedingung“, in: ders. (Hg.), Die technologische Bedingung. Beiträge zur Beschreibung der technischen Welt. Berlin: Suhrkamp 2011, 7-53.

Die Transformation des Humanen. Beiträge zur Kulturgeschichte der Kybernetik. (Hg., zs. mit Michael Hagner) Frankfurt/Main: Suhrkamp 2008.

„Die offene Maschine. Heidegger, Günther und Simondon über die technologische Bedingung“, in: Modern Language Notes (MLN) 123.3 (2008), 194-217.

Die heiligen Kanäle. Über die archaische Illusion der Kommunikation. Zürich: Diaphanes 2005.

Weitere Informationen:

Kulturwissenschaftliches Kolleg

Information zum TP 1 Technoökologien der Teilhabe. Eine medien-philosophisch-ethnologische Neuperspektivierung der Forschergruppe

Information der Leuphana Universität Lüneburg

Publikationsliste

 

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