Prof. Dr. Jurij Murašov

Kalte TV-Bilder, Zen und das Ende des Sozialismus

Mittwoch, 15. Januar 2014 | 17:00 Uhr | Hörsaal A 703

Amerikanische Forschungen haben bereits in den 1950er Jahren gezeigt, dass das Fernsehbild den Betrachter zu einer synästhetisch aktivierten Wahrnehmung disponiert. Damit unterscheidet sich das TV-Medium prinzipiell von der Schrift, dem Radio oder dem Film, die auf einer scharfen Trennung der menschlichen Sinne beruhen; nicht durch den Inhalt, sondern durch die Struktur des Bildes forciert das Fernsehen eine die Gesamtpersönlichkeit des Betrachters erfassende Involviertheit.

Die Vorlesung zeigt, wie Bildende Kunst und Literatur das Massenmedium Fernsehen beobachten, dessen kommunikative und semiotische Spezifik ästhetisch erkunden und dabei die Befunde der Forschung nicht nur bestätigen, sondern auf brisante Weise auch jenen fundamentalen Wandel des Begriffs des Politischen sichtbar werden lassen, der mit der Omnipräsenz telegener Bildlichkeit einhergeht. Auf dramatische Weise betrifft dies vor allem sozialistische Politikkulturen, deren utopische Zukunftsversprechen sich unter den Bedingungen des Fernsehens als ideologische Fehlleistungen erweisen.

HIER KÖNNEN SIE DEN PODCAST DES VORTRAGES ANHÖREN.

Literatur:

McLuhan, Marshall: Die magischen Kanäle. Düsseldorf u.a., 1992, S. 352-383 („Das Fernsehen. Der schüchterne Riese“)

Vladimir Sorokin, S novym godom (1998) „Gutes Neues Jahr“ (pdf im ILIAS)

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