Diese Seite fasst zentrale Begriffe der DFG-Forschungsgruppe „Mediale Teilhabe. Partizipation zwischen Anspruch und Inanspruchnahme“ in knapper Form zusammen. Ausführlicher Kontext, Zitate und Forschungsphasen finden Sie auf der Seite Über die FOR. Aktuelle Hinweise und Tagungen stehen auf der Startseite.

Mediale Teilhabe
Mediale Teilhabe bezeichnet hier keinen festen Zuschreibungsmodus, sondern ein Bündel von Prozessen, in denen technische Arrangements, Praktiken und Gemeinschaftsvorstellungen zusammenwirken. Teilnahme erscheint damit gebunden an Medienereignisse, Schnittstellen und Zeitlichkeiten, nicht nur an die Frage, ob jemand formal Zugang zu einem Kanal hat. Die Gruppe arbeitet diese Prozessualität in den Teilprojekten unterschiedlich aus, etwa wenn es um Streamingkulturen, Smartphone-Gemeinschaften oder sensorische Verschaltungen geht.
Partizipation zwischen Anspruch und Inanspruchnahme
Der Titel der Forschungsgruppe markiert eine Spannung: politische und ökonomische Akteure formulieren Einladungen zur Teilnahme, während Nutzerinnen und Nutzer zugleich adressiert, bewertet und in Datenflüsse eingebunden werden. Partizipation wird so als doppeltes Verhältnis lesbar, in dem Ansprüche auf Beteiligung und die tatsächliche Inanspruchnahme durch Plattformen, Geräte und Organisationen zusammenfallen. Für vertiefende Diskussionen verweisen wir auf Sammelbände und Aufsätze im Bereich Publikationen.
Mediale Konstellation und Assemblage
Unter medialen Konstellationen werden situative Gefüge verstanden, in denen menschliche und nicht menschliche Akteure erst in der Praxis sichtbar werden. Der Assemblage-Begriff hilft dabei, heterogene Elemente (Software, Räume, Körper, Normen) nicht vorschnell zu vereinheitlichen, sondern ihre Kopplungen und Brüche zu beschreiben. Solche Beschreibungen sind Voraussetzung dafür, später Fragen nach Macht, Ökologie oder Kritik präzise zu stellen.
Modalitäten: Mitsprechen, Versprechen, Widersprechen
In der ersten Förderphase strukturierten die Modalitäten Mitsprechen, Versprechen und Widersprechen Teile der empirischen und theoretischen Arbeit. Mitsprechen betrifft gemeinschaftsstiftende oder blockierende Praktiken des Mit-Teilens. Versprechen zielt auf politische Imaginationen von Teilhabe. Widersprechen meint Störungen und Gegenläufe innerhalb medialer Konstellationen. In der Fortsetzung wurden diese Perspektiven weiterentwickelt, unter anderem über Verschaltung, Temporalisierung und Formen teilhabenden Kritisierens. Details dazu stehen in den ausklappbaren Texten auf der Seite Über die FOR.
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