Lann Hornscheidt: Gewalt ent_sagen

In der nächsten Woche wird die Frühjahrsakademie Nicht*Sagbar. Regulierungen der/durch Wissensproduktion an der Universität Konstanz stattfinden (10.-12.04.2019).

Im Vortrag am 10. April 2019 wird sich Lann Hornscheidt mit dem Thema „Gewalt ent_sagen“ befassen:

Wie kann – auch in akademischen Kontexten – über Gewalt gesprochen werden – mit konventionalisierten Sprachhandlungen, die selbst schon die Gewalt in sich tragen und diese so naturalisieren, dass sie nicht als Gewalt gefasst werden? Ist Sprache neutral, ein System, ‚unschuldig‘? Ist jegliche Äußerung Meinungsfreiheit und ‚auszuhalten‘ in einer ‚Demokratie‘, und wie ist das Verhältnis von sprachlicher Gewalt zu Meinungsfreiheit aus einer machtkritischen konstruktivistischen Perspektive konzeptualisierbar? Ist es möglich, Gewalt sprachlich zu ent_sagen, ohne zu schweigen (und wann ist Schweigen eine gewaltvolle Sprachhandlung)? Wie gewaltvoll ist es Gewalt nicht zu benennen, sondern sie zu ent-sagen? Gibt es ein Sprechen und Benennen ohne Gewalt?
Diese Fragen werde ich an Beispielen interdepenter Diskriminierungen wie Genderismus, Rassismus und BeHindert-Werden und mit Bezug auf unterschiedliche Diskurse diskutieren. Einen Fokus richte ich dabei auf Genres der Wissensproduktion und ihrer Autorisierung bzw. Delegitimierung: Wann und wie ist Wissen_schaft Gewalt und wie kann dies von welchen Positionen aus angesprochen – und gehört – werden?

 

Lann Hornscheidt, Profex Drex; arbeitet zu Sprache und Gewalt, Interdependenzen,
Kommunizieren, Lieben als politisches Handeln.
Hatte bis 2017 eine Professur für Sprache und Gender an der Humboldt-Universität zu
Berlin. Zahlreiche Gastprofessuren zu Sprache und Gewalt in Schweden, Österreich,
Schweiz. Arbeitet bei xart splitta e.V., ein Projekt zu interdependenten diskriminierungskritischen Handlungsansätzen in Berlin. Aktuelles Buch (zusammen mit Lio Oppenländer): Exit Gender. Gender als Wahrnehmung verlassen und strukturelle Gewalt benennen. April 2019 bei w_orten & meer.

 

Veranstaltet von der DFG-Forschungsgruppe „Mediale Teilhabe. Partizipation zwischen Anspruch und Inanspruchnahme“, in Kooperation mit der Zürcher Hochschule der Künste.

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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