Roll-E-Mobilität

Bild zeigt Akku mit nur zwei von sieben Ladebalken

Die Tagung Reichweitenangst. Batterien und Akkus als Medien des Digitalen Zeitalters (24.-26.1.2019, Leuphana Universität Lüneburg) problematisiert „elektrochemische Zellen“ als „technische Möglichkeitsbedingungen des Digitalen Zeitalters. Als Medien der Flexibilisierung, Dezentralisierung und Mobilisierung elektrischer Netze haben Batterien und Akkus die raumzeitlichen Maßstäbe im 20. und 21. Jahrhundert verändert.“ Jedoch, so die Ausgangsüberlegung der Konferenz: „Doch die Flexibilisierung, Dezentralisierung und Mobilisierung elektrischer Netze hat einen Preis: Batterien und Akkus sind zeitkritische Medien, die sich ständig im Zustand ihrer Entladung befinden.“

Im Vortrag Elektrische Rollstühle zwischen Akkus, Ladezeiten und Hacks setzt sich Robert Stock (TP 2) auf der Tagung dem Leben von Menschen mit Behinderung und ihren Akkus auseinander. Letztere ermöglichen (und begrenzen) als zeitkritische Medien die Mobilität mit elektrischen Rollstühlen. Rollstühle sind ein wichtiger Bestandteil im Leben von Menschen mit Behinderungen, wenngleich deren Beweglichkeit durch Barrieren oft behindert wird. Ihre Elektrifizierung bringt erweiterte Spielräume mit sich. Doch sind Tagesabläufe und Alltagsroutinen auch an Akkuladezeiten und Betriebsdauer sowie mögliche Reichweiten gebunden – was wiederum mit den unterschiedlichen Akku-Typen zusammenhängt (Bleisäure- und Lithium-Akkus).

Anhand von Schilderungen von Aktivist*innen wie Raul Krauthausen und anderen Rollstuhl-User*innen (z.B. John William) wird das Zusammenleben mit Akkus beschrieben. Dieser Einblick in gegenwärtige Praktiken wird ergänzt durch eine historische Situierung von E-Mobilität für Menschen mit Behinderung, Erläuterungen zu DIY-Ansätzen und künstlerischen Projekten (Sue Austin, Unterwasser-Rollstuhl).

Organisation: Prof. Dr. Jan Müggenburg, Juniorprofessor für Medien- und Wissenschaftsgeschichte, Leuphana Universität Lüneburg

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